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[Tipp] Neuer Drucker od. neue Düse und Aussetzer im Druck
#1
Information 
Die Situation:

Da kauft man sich einen neuen 3D-Drucker und alles funktioniert prächtig. Dann verstopft einem die Düse und damit fängt der Ärger an, Lücken im Druck, katastrophale Ergebisse, "klackernder" Extruder - nichts will mehr klappen. Manch einer hat das Problem sogar von Anfang an, meist mit einem Bausatz, aber gelegentlich schlampen die Hersteller auch mal. Oder man gönnt seinem Drucker mal etwas Gutes und baut eine neue Düse ein - schon hat man den Salat, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn dann solche Drucke entstehen, ist Otto-Normal-Anfänger erst einmal am Boden zerstört und würde den ganzen Mist am liebsten hinwerfen:

   

Der schnellst Weg, zu solchen Ergebnissen zu kommen, ist, "mal eben" die Düse zu tauschen. Aufgeheizt, ab- und wieder eingeschraubt und weiter geht's - nee, da geht irgendwie gar nichts mehr!  Und das sogar oft mit ein paar Drucken Verzögerung, damit sich das Problem auch richtig einnisten kann... Cry

Was ist da passiert:

Das Filament (hier meist 1,70-1,80 mm Durchmesser) muss auf seinem Weg zum Düsenausgang durch mehrere Bauteile geleitet werden und darf hierbei nirgendwo "ausbrechen" können, daher wird dieser Weg sehr eng geführt (ca. 2,0 mm). Die Problemstellen hierbei sind die Übergangspunkte von einem Bauteil zum nächsten. Da ist der Extruder, der das Filament vorschiebt; bei manchen Druckern ein Bowden-Rohr, dass den Weg weist;  Heatbreak, der die aufsteigende Wärme abfangen soll; und die Düse mit ihrer Schmelzzone und dem Auslass zum Druckobjekt.

Da es hier überall sehr eng zugeht, bilden sich an den Übergängen gerne Stufen oder Grate, die das Filament bremsen und dem Extruder (dem "Schieber") das Leben schwer machen - das führt dann zu einem sporadischen Klackern). Das warme Filament quillt oft auch noch ein wenig auf, wodurch der sowieso schon enge Weg zur Gänze genutzt wird. Dann bildet sich an diesen Übergängen eine passgenaue Verformung, die im warmen Zustand nur "bremst", aber einmal etwas abgekühlt zu einer Barrikade wird - da geht es dann oft weder vor noch zurück.

Schrauben wir, wie oben beschrieben, mal kurz die Düse ab und wieder an, sitzen die Bohrungen an den Übergängen meist nicht mehr genau übereinander, oder - noch schlimmer - es kommt ein klein wenig Filament oder Dreck in den Zwischenraum. Die wieder eingeschraubte Düse sitzt dann nicht mehr plan am Heatbreak und es bildet sich ein Hohlraum der uns zum Verhängnis wird, weil hier geschmolzenes Material reinläuft, verkokelt und dann blockiert.

Was tun:

Um all das zu verhindern, brauchen wir einen 1,8-2,0mm Stahldraht (oder einen 2mm Bohrer mit Schaft voran) und ein wenig Geduld. Wir zerlegen also erst einmal den Druckkopf, d.h. Düse (neu oder ausgebrannt/leer), Heizblock, Heatbreak und evtl. andere Teile liegen in Einzelteilen vor uns. Wer das noch nie gemacht hat, sollte vor dem Zerlegen das Hotend auf 80-150°C vorheizen, damit verklebte Stellen lösbar sind! (Nicht die Finger verbrennen!) Und keine Angst, man bekommt das auch wieder zusammen.

Von allen Teilen sollten evtl. vorhandene Filament-Reste und Verklebungen entfernt werden. Ich nehme dafür gerne Gewindeschneider zur Hand, mit denen ich die Gewinde einfach mal "sauber schneide". Die Düse kann ggf. mit der Heißluftpistole und dem 2mm-Stahldraht geleert/ausgedrückt werden. Wichtig ist, dass die obere Fläche der Düse blitzeblank, plan und unbeschädigt ist - Sie soll später den Übergang zum Heatbreak abdichten.

Ich bebildere den weiteren Weg einfach anhand eines zerlegten Anet A6 Hotends. Die Vorgehensweise sollte aber auf alle üblichen Hotends übertragbar sein.


Zur Tat:

Zuerst schraubt man den Heatbreak ein Stück weit in den Heizblock und schiebt dann den Stahldraht durch den Heatbreak. Jetzt kann man auf der anderen Seite die Düse auf den Stahldraht aufschieben.

   

Nun wird die Düse in den Heizblock eingeschraubt, bis sie nur noch ein kleines Stückchen (ca. 1/4 Drehung) herausguckt. Hier sollte sie einen leichten Kontakt mit dem von der anderen Seite eingeschraubten Heatbreak bekommen.

   

   

Nun wird der Heatbreak auf einer Seite gegen Verdrehen gesichert/gekontert und die Düse ein wenig fester angezogen.

   

Das ganze muss so abgepasst werden, dass beim Festziehen der Düse noch ein Fingernagel dick Platz bleibt.

   

Der Stahlstab bleibt dabei in seiner Position, sollte sich aber auch jetzt noch bewegen lassen - tut er das nicht, ist er verkeilt und das würde auch dem Filament so gehen.

Nun kann das Ganze in das Cold-End eingeschraubt werden, sprich den Teil, der später vom Lüfter angeblasen wird. Auch hierbei darauf achten, dass ggf. nichts verkeilt und dass das Hotend gehen Verdrehen gesichert oder gekontert ist.

   

Jetzt wird die Heizpatrone und der Thermo-Sensor montiert. Hierbei sollte man besonders sorgfältig sein, da das bei einem Fehler im wahrsten Sinne "Brand gefährlich" wird. Weder die Heizpatrone noch der Sensor darf ver- oder herausrutschen können. Eine nicht überwachte Heizpatrone kann so heiß werden, dass das Alu schmilzt und meist brennt vorher schon die Wohnung! Also doppelt kontrollieren... (Ich sichere den hier nur eingesteckten Sensor später noch mit 1-2 Lagen Kapton-Band)

   

Da sich noch kein Filament im Filamentkanal befindet, können wir das Hotend jetzt aufheizen und die Düse im heißen Zustand nachziehen. Das sollte über der maximalen Drucktemperatur gemacht werden, damit da ein wenig Spielraum bleibt. (Hier fehlte mir eine dritte Hand für das Foto Wink )

   

[Bild: https://i.imgur.com/6bM0sHQ.png]Ist jetzt alles soweit festgezogen, können wir den Stahldraht herausziehen. Die sollte ohne allzu großen Kraftaufwand möglich sein, dann fällt es dem Filament später auch nicht schwer, zur Düse zu kommen.

   


An dieser Stelle können wir jetzt noch optional das korrekte Aufheizen nachmessen und schieben dazu den Thermocouple eines Messgerätes bis in die Düse runter. Das sollte auch ohne Schwierigkeiten machbar sein. Leichte Abweichungen von ein paar Grad sind dabei normal und können ggf. in der Druckersoftware kompensiert werden.

   

   

Danach kann der Rest des Druckkopfs montiert werden und das Filament sollte sich ohne Widerstand bis zur Düse schieben lassen. Ruhig ein paar mal hin und her schieben und fühlen, ab man irgendwelches Hakeln bemerkt.

   

   

Wenn alles stimmt, die Reste fertig montieren und ... dann geht die Arbeit erst richtig los Wink

Jetzt muss der Bettabstand neu eingestellt, und die Druck-Parameter für die neue Düse gesucht werden - aber das ist ein anderes Kapitel:

Wichtig - Einstell Fahrplan, oder wie stellen wir unsere Drucker ein und mehr
Gruß
Chris                    

Meine Schwiegermutter hat viel mit Konfuzius gemein,
nur das "z" wurde zum "s"...
 
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