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[Tipp] Materialeinsatzzweck
#1
Oft steht die Frage im Raum, welches Material man jetzt nun verwenden soll. Das, das man am besten drucken kann? Das ist sicher ein verständlicher, jedoch leider problematischer Ansatz. Man kann theoretisch auch jedes Material für jeden Einsatzzweck benutzen - hat allerdings keine dauerhafte Freude daran (bis an den Rand der Gefährlichkeit).

Man sollte sich immer ein paar Grundfragen stellen und danach das Material auswählen und dann darauf hinarbeiten, das man es gut, sicher und stabil drucken kann:

- wie hoch ist das Teil einer thermischen Belastung ausgesetzt
- wie hoch ist das Teil einer mechanischen Belastung ausgesetzt
- wie hoch ist das Teil einer chemischen Belastung ausgesetzt
- sind Spezialeigenschaften im Einsatzzweck gefordert


1. Angenommen ihr wollt euch einen Handy Halter komplett drucken (also Schale zum Handy und Halter/Greifer am Fahrzeuginterior) - gehen wir doch mal die Fragen durch:

Da es im Sommer im Auto in der prallen Sonne schon mal über 60°C werden kann, im Winter aber auch mal gerne bis -20°C runter gehen kann, existiert hier eine recht hoche Wechselbelastung. Das Material sollte eine höhere Temperaturbeständigkeit haben und bei Kälte nicht reißen. PLA wäre sehr ungeeignet da es eine recht niedrige Temperaturbeständigkeit hat (Glasübergang ist hier das Stichwort - man sollte gerade im Filamentbereich aber deutlich darunter bleiben - wenn nötig Tests dafür fahren).

Die Mechanische Belastung ist kaum vorhanden. Natürlich wirkt die Schwerkraft dauerhaft (das vergisst man meistens) und vom rein und raus des Handys rüttelt man sicher auch mal ein wenig stärker daran herum. Es muss aber nicht hochfest sein. Hier wäre PLA zwar gut möglich, wir haben es aber schon durch die Frage nach der thermischen Belastung ausgeschlossen.

Die Chemische Belastung ist eher nahezu null - wir sitzen ja auch im Auto und kippen nicht um. Beim Putzen kann es natürlich sein das man den Halter mit etwas einsprüht - meistens ist aber auch das zu vernachlässigen (testen!)

Spezialeigenschaften benötigt das Teil auch nicht, es ist ein Halter - was will man da schon.

Hier wäre die logische Wahl mindestens mit ABS zu drucken (Update 2018: Gutes PETG oder PP reicht auch schon), da ABS eine Glasübergangstemperatur hat, die weit höher ist als der zu erwartende Hitzewert. Aber auch hier sollte man vorher mindestens einen Test für das Filament machen (und das kann für jede Farbe, jeden Hersteller und sogar jede Charge anders sein).

2. Angenommen ihr wollt euch eine kleine Flasche mit Verschluss drucken, in der Ihr eine Flüssigkeit lagert - gehen wir von Aceton aus (Sicherheitshinweise beachten - auch wenn man so etwas nicht in Selbtgedrucktem LAGERT - nur als Beispiel zu Verdeutlichung).

Die thermische Belastung ist bei so etwas nicht vorhanden (solange man es nicht in der Sonne im Auto liegen lässt, das ist aber schon mehr als grob Fahrlässig).

Die mechanische Belastung ist - außer das Verschliessen und Öffnen des Deckels - auch kaum vorhanden. Grobmotoriker schaffen aber alles. Big Grin

Die chemische Belastung ist aber sehr hoch. Aceton löst etliche Plastiken einfach an. Bei Gefahrenstoffe in Plastikbehälter gibt es ein paar Kategorien: Generell beständig, beständig bis X Grad Celsius, Material quillt auf, Material wird angelöst.

Weiter Spezialeigenschaften sind hier normalerweise nicht nötig.

Hier wäre ABS und PMMA mit die schlechteste Wahl - ausser man kann bei seinem Behälter nach kurzer Zeit auf den Boden verzichten und liebt es wenn das Zeug unkontrolliert rumfliest. PLA würde gut gehen als auch PP. Für Aceton mit bis zu 60°C - darüber hinaus benötigt man PPHD - würde das sogar funktionieren. Wenn man sich unsicher ist, füllt man ganz wenig in den Behälter und stellt diesen mal in ein Glasgefäs - für 2-4 Wochen. Dann sieht man genau wie sich das Plastik verhält wenn es über längerer Zeit mit dem Stoff in Kontakt kommt.

3. Angenommen man möchte für seinen Drucker einen Ersatz für die Linearkugellager drucken

Eine thermische Belastung tritt durch die Bauraumtemperatur als auch durch die Reibung auf. Hier KÖNNTE PLA jedoch sogar noch ausreichen (je nach Filament).

Die Mechanische Belastung ist hier ebenso vorhanden. Einerseits drückt der Wagen ständig drauf, andererseits wird durch die Bewegung natürlich Abrieb erzeugt. Hier eignet sich z.B. ABS überhaupt nicht, da es nicht spröde genug ist und dann "das kleben" anfängt. Man erhält also einen ganzen Sack nachteile mit ins Boot.

Eine chemische Belastung tritt auf. Je nachdem welches Schmiermittel man vorher verwendet hat, sind diese noch auf der Welle vorhanden - deswegen bei so etwas die Wellen vorher gründlich mit Isopropanol reinigen. Generell ist das hier aber erst einmal zu vernachlässigen.

Spezialeigenschaften sind hier aber sehr gefordert. Das Material sollte spröde und abriebfest - aber nicht brüchig sein.

Also wäre PLA ein versuch wert, ebenso PP (das ist sehr gleitfähig und seifig), PC könnte gehen wenn es gut gedruckt wurde. Igus hat dafür spezielles Filament entwickelt das aber schwierig zu drucken ist.

Es geht also immer um eine Dauerbelastung in dem jeweiligen Segment - kurz mal Aceton in ABS zu schütten und nach 5 Sekunden wieder umzufüllen geht bei entsprechender Wandstärke sogar. Es ist aber nicht empfehlbar.

Hier mal ein Beispiel für falsch gewähltes Material (eigentlich für meistermännchen - auch wenn er es hoffentlich niemals sieht). Ich habe für den InkBeThink ein MK8 Spring Loaded angepasst - und mangels Druckheizung auf dem einen Drucker - in PLA gedruckt. Ich weiss aber normalerweise was ich tue - es war einfach mal ein Prototyp, ich habe das Teil bereits in ASA gedruckt (als Belastungstest) und quasi nur gewartet bis es kaputt geht (ja, bin faul Big Grin)

Durch das permanente drücken und z.T. auch ziehen des Filaments in der Vorrichtung gegen einen Widerstand entsteht wechselseitig eine hohe mechanische Belastung. Eine thermische Belastung ist an dieser Stelle zwar auch leicht vorhanden (es ist ja das Hotend direkt darunter), aber eher zu vernachlässigen. Eine chemische Anforderung ist eher nicht vorhanden, ebenso weitere Spezialeigenschaften nicht nötig (ausser Abriebfestigkeit des Armes - ich zeige demnächst ein Bild von einem Polycarbonat Arm durch den schon ein ganzes Stück Filament durchgelaufen ist).

Das Ergebnis nach ca. 100 Druckstunden ist folgendes:

   

Der Halter ist immer mehr an einer schwachen Stelle gerissen, bis die Belastung so hoch wurde, das der Rest das nicht mehr kompensieren konnte. Ein besseres Material hierfür wäre somit ABS da es nicht so spröde ist. An der Verbindung zum Arm darf es aber auch nicht zu weich sein, denn durch die möglichen Drehungen (wenn auch minimal) kann es mechanisch abgetragen werden. Der Arm jedoch, da ständig unterschiedliches Filament druchläuft und dieser auch noch dauerhaft dem Federdruck ausgesetzt ist, muss eher aus etwas abriebfestem sein, das nicht spröde ist (sonst bricht es) aber härter als das Material, mit dem es auf Reibung in berührung kommt.  Komponenten Bauteile darf man also auch aus mehreren Materialien drucken - muss aber immer beachten wie diese gegenseitig aufeinander wirken. Thermisch, Physisch und Chemisch.

Ich hoffe ich konnte deutlich machen welche MINDESTÜBERLEGUNGEN angestellt werden müssen - vorausgesetzt man möchte ein Teil drucken an dem man auch noch eine ganze Zeit lang "Spass" hat. Man könnte in meinem Beispiel sicherlich weiter PLA verwenden - wenn man es ein wenig konstruktuell verändert, das ändert aber nichts daran das es trotz möglichen Verstärkungen einfach nicht dafür ausgelegt ist und über kurz oder lang trotzdem brechen wird. Wenn ich das Teil nur kurz brauche, kann es mir egal sein (bis auf die chemische Überlegung, das ist immer auch ein Sicherheitsaspekt) - da reichen auch Materialien die nicht für den Einsatzzweck geeignet sind.
AchtungOffizielle 3DDC T-Shirts - Elektrolyte...
1. Das Bundesministerium für Wissenschaft hat bestätigt -  lesen gefährdet die Dummheit!
2. Kaum macht man es richtig, funktioniert es. Aber nur weil etwas funktioniert, hat man es nicht zwingend richtig gemacht ...
3. Wenn man die Natur einer Sache durchschaut hat, werden Dinge berechenbar.
4. Es sind die unscheinbaren kleinen Handgriffe die beim 3D Druck zum  Erfolg führen, schludern rächt sich überall, auch wenn man nicht mehr daran denkt.
5. Ich würde mir lieber Gedanken um die Ursache machen, anstatt das Symptom mit MacGyver Methoden zu bekämpfen. - th33xitus
 
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#2
Hi!

Mal eine gaaanz dumme Frage. Derzeit arbeite ich ja Hauptsächlich mit ABS, PLA und ein bischen Ninjaflex...
Nun hat mich ein Arbeitskollege angesprochen. Ist Flieger - Allerdings Bemannte Fliegerei - genauer Schleppmaschine...
Da ist wohl ein Schutz der Schleppkupplung abgekracht - nicht die Kupplung selber! Da würd ich keinen Gedanken weiter
verschwenden - das wär zu heikel für FDM-Druck... Big Grin

Muß wohl eine Führung oder sowas sein - hat es mir nur grob erklärt... Er stellt sich das als 2 Hälften vor, in die er
eine Hartmetallhülse rein setzt.
Was für Material kann man da verwenden? PLA ist gleich außen vor - viel zu Spröde und im Sommer...
ABS käme da schon eher hin, aber da gibts doch noch Filament, daß deutlich bessere Layer-Verbindung hat und zäher ist.
Komme aber irgendwie grad nicht auf den Namen... Igus war es, mein ich, aber nicht - daß hab ich schon gesehen.
Ist gut Abriebfest, aber sonst nichts besonderes soweit...

Kann mir da jemand weiterhelfen?

Gruß, Christian
RF1000 DGlass-Umbau
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#3
Ganz einfach,...ASA

Wetter und lichtbeständig, fast so hart wie PLA, trotzdem so elastisch wie ABS bei höherer Temperaturbeständigkeit und stabiler als ABS
 
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#4
(20.07.2015, 21:47)Edwin schrieb: Ganz einfach,...ASA

Wetter und lichtbeständig, fast so hart wie PLA, trotzdem so elastisch wie ABS bei höherer Temperaturbeständigkeit und stabiler als ABS

Das ging ja Flott! Schau ich gleich mal nach...
Hab geesehen, daß es mittlerweile sogar mit 20% Carbon gibt - allerdings weisen die gleich drauf hin, daß die Düsen darunter leiden..
Lebensdauer läßt wohl spürbar nach...

Gruß, Christian
RF1000 DGlass-Umbau
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#5
Wir testen das Material gerade recht ausführlich.
Ich bin momentan dabei mir für meinen großen Drucker die Halterungen der Z-Achse neu zu drucken.
 
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#6
Vermutlich noch ne ecke besser wäre Polycarbonat. Ist Hitzebeständiger, Reißfester und Bruchfester. Allerdings braucht man eine weile und mindestens 270°C am Nozzle bis man da was anständiges rausbekommt.

Somit wäre - wenn es ein nicht tragendes und sicherheitsrelevantes Teil ist - ASA tatsächlich die geeignete Wahl.

Ich selbst habe noch die Temperaturbeständigkeit auf der Testuhr - nach dem Druck ist geplant das ich ASA Schwarz aufspanne und mal Testwürfel drucke die ich belaste. Evtl. will ja jemand mittesten - 2 unabhängige Ergebnisse sind zuverlässiger.
AchtungOffizielle 3DDC T-Shirts - Elektrolyte...
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3. Wenn man die Natur einer Sache durchschaut hat, werden Dinge berechenbar.
4. Es sind die unscheinbaren kleinen Handgriffe die beim 3D Druck zum  Erfolg führen, schludern rächt sich überall, auch wenn man nicht mehr daran denkt.
5. Ich würde mir lieber Gedanken um die Ursache machen, anstatt das Symptom mit MacGyver Methoden zu bekämpfen. - th33xitus
 
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#7
Allerdings "frißt" Polycarbonat auch Düsen... Big Grin
Ah, bin aber auch wieder auf das gesuchte Filament gekommen - Taulmann wars...
Nylon im Prinzip... Soll auch super sein - allerdings fehlen mir da noch eigene Erfahrungswerte...
Aber ist schonmal eine nette Sammlung! Hab Sie Ihm ausgedruckt und mit gegeben.
Schaut sich´s mal an und recherchiert die Materialien.
Hat sich gleich erkundigt, ob ich die den auch drucken könnte... Wink
Na ja! Selbstläufer sind die alle nicht - keine Sorglos Einsteigerfilamente... Aber eingehaust ist
er, Technisch bringt er die Vorraussetzungen mit und Experimentierfreudig bin ich auch, von daher
werd ich schon irgendwas raus bekommen... Und wenn´s ein Wollknäul ist... Big Grin Kann er ja dann
zum Stricken verwenden... Wink
Aber Oberhalb 270 Grad wirds, bis die neuen Hotends drin sind, schwierig - das mag der Orginal Extruder
nämlich nicht...

Von daher beschränk ich momentan auf diesen Temperaturbereich... Mal sehen, was er meint, was dafür
tauglich sein könnte. Wenigstens hängt von dem Teil kein Menschenleben ab, sonst würd ich´s ablehnen -
Schichtauftragen ist kein Spritzguss und auch kein Laminieren von der Festigkeit und dem Gefüge her.
Aber das weiß er ja auch... Diskutierten ja schon hin und wieder über das Thema...


Gruß, Christian
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#8
Mit Nylon - auch wenn ich 2kg unterschiedliches hier habe - bin ich bisher noch nicht warm geworden, ich bekomme es nicht sauber auf die Platte.

ASA ist nach der Betthaftung eigentlich sehr einfach zu drucken - ABS like. PC ist halt grenzwertig zu drucken und Nylon für mich noch unmöglich bis ich mich mal durchquäle.

Vielleicht hat ja wer den entscheidenden Tipp?
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#9
Da ich ja vor einer ganzen Weile versprochen hatte, meinen MK8 Arm im ersten CTC zu zeigen, hier mal zwei Bilder:

   

   

Der MK8 ist jetzt schon sehr sehr lange im Einsatz. Das schwarze Stück das am Arm hängt, ist ein Stück  meiner ersten Buildtakfolie die ich damit geschrottet hatte. PC und Buildtak ist nicht so ganz kompatibel. Auch sieht man das die Hitze von unten über die Zeit (mindestens 1000 Druckstunden) arbeitet - permanent (wie die Schwerkraft). Gedruckt wurde der im übrigen mit 50% Infill.

Man sollte aber sehr gut daran erkennen, das eine "Einsatzplanung" von Materialien sehr wichtig ist und auch sinnvoll kombiniert werden darf. Die Verfärbungen die man in der Aussparung von oben sieht, ist hier keine Hitzeverfärbung sondern Materialabtrag. Ich hatte das beim ABS Arm bemerkt, das dieses Loch durch drucken von PLA immer breiter am ende wurde und deswegen das Ding aus Polycarbonat gedruckt. Der Arm ist in PC auch mit den dünnen Wänden oben (da wirkt die Federkraft extrem drauf) äusserst stabil. Allerdings ist das noch meine V13 - ich bin mittlerweile bei V17 und zur Führung ist ein PTFE eingearbeitet, dann flutscht das noch besser.

Und wenn ihr Dinge aus schwarz druckt, seht ihr das alles nicht unbedingt, das heisst aber nicht, das es nicht jeden betrifft.

Also, Augen auf beim Material auswählen!  Big Grin
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#10
Ich habe da mal was gefunden von Heise.de

Was ist davon zu halten?

Zitat:Ewige Streitfrage PLA, oder ABS? - Erfahrungsbericht

Moinsen !

Gestern hat sich mir offenbart, was ich von PLA zu halten habe und denke, das wird so manchen interessieren.
Das wichtigste zu Beginn: Ich lebe nicht in Deutschland, sondern auf einer Insel im Südpazifik. Die Temperaturen, und die Luftfeuchtigkeit, das Ganze Klima hier, sind extrem. Alles geht sehr schnell kaputt. Fast all meinen Kram zum Basteln, Meine Arduinos und mein Werkzeug verstaue ich in Metall-Dosen, die sofort rosten würden, wenn ich den Deckel nicht schließe. Weshalb sie nicht von außen rosten weiß ich nicht, ich kann nur vermuten, dass sie lackiert sind. Ist der Deckel drauf, auch kein Rost. Ergo gehe ich davon aus, dass sie sehr gut abdichten.
Netzteile vermeide ich. Wann immer möglich, benutze ich Trafos. Meine Nozzle, und das Headbed bekommen 12V Wechselstrom direkt aus einem Trafo durch Relais, die am Arduino hängen.

Als ich vor mehr, als zwei Jahren meinen ersten 3D-Drucker bekam, bestellte ich jeweils zwei rollen PLA und ABS.
Inzwischen habe ich auch einen Filamentmaker.

Zu Beginn habe ich hauptsächlich mit PLA gedruckt, weil das Material für den Einsteiger gut geeignet ist. Ich hatte am Anfang nicht mal ein Headbed und das ABS haftete ergo nicht an dem ungeheizten Druckbed.
Mir war klar, dass ich eines Tages einen Filamentmaker haben werde, und ich behielt den ganzen gedruckten PLA Kram, um ihn später mal zu zerschreddern, und wieder Filament draus zu machen.

Die erste Rolle hatte ich komplett verbraucht, bis ich langsam auf ABS gewechselt bin. Mit PLA hatte ich seit dem nichts mehr gemacht.

Gestern sah ich mir einen Film an, indem jemand PLA in Vergaserreiniger "weich" gemacht hatte und mir viel ein, dass ich ja noch die zweite Rolle PLA hatte, die seit zwei Jahren ungenutzt im Karton lag. Um das also mal auszuprobieren kramte ich das PLA hervor, und stelle fest, dass ich es nicht mal einlegen konnte, da es SOFORT zerbrach!

Zunächst nahm ich an, das beträfe nur die äußere Schicht, stelle aber fest, dass das gesamte Filament seine Stabilität verloren hatte. Ich schraubte die Seite der Rolle komplett ab. Mit meinem Finger konnte ich einmal komplett durch das PLA-Filament drücken - es zerbrach sofort. Ungekochte Tütenspagetti sind10 mal stabiler...

Ich habs erst mal mit einer Kaffee-Schlagmühle in Krempel zerpulvert. Sobald mir der Sinn danach steht, werde ich meinen Filamentmaker reinigen und mal sehen, ob sich das PLA nochmal verwursten lässt...

Die Frage ist nur Wofür???
Ich hatte natürlich sofort nachgesehen, wie es meinen alten PLA-Teilen geht, die ich eigentlich für den Maker gesammelt, jedoch nie benutzt hatte. Ergebnis: Totalschaden!

Die ältesten Teile lagen ganz unten, die Neusten ganz oben. Ich kippte den ganzen Kram auf den Küchentisch. So dass die ältesten Teile obenauf lagen.

Die ältesten Teile hatten eine Konsistenz von Lakritz in der Sonne - klebrige Finger mit eingeschlossen!
Die Teile mittleren Alters waren, wie Waffelkekse. Man konnte die meisten in der bloßen Hand zerdrücken. Einige waren so brüchig, dass man sie zwischen den Fingern zerkrümeln konnte.
Von den jüngsten Teilen konnte man etwa die Hälfte ganz leicht zerbrechen...

Die Frage ist also, was soll ich damit Drucken? Wenn ich es mit Vergaserreiniger weich mache, werde ich es vermutlich nicht mal mehr wiederverwenden können. (Falls sich das überhaupt machen lässt. Zumindest ist es naheliegend, dass es nicht mehr jene Stabilität haben wird, wie zu Beginn.) So fällt mir daher eigentlich nur noch die Verwendung von Opferformen ein.

Viele Leute bevorzugen PLA, weil es einfacher zu drucken ist, und weil es umweltverträglicher ist, da es aus Maistärke gewonnen wird.

Nehmen wir mal an, hier auf der Insel verrotten die Sachen 10-Mal schneller als in Nordeuropa, dann werden Eure PLA-Teile also zwischen 5-20 Jahre halten (wenn überhaupt) und es wird nix mehr davon übrigbleiben.

Hat man nun einen Filamentmaker sieht es mit der Umweltverträglichkeit von ABS (und auch PET) gleich ganz anders aus: ABS stinkt beim Drucken nach Müllhalde. NICHT weil das Müll drin ist, sondern, weil sich auf den Müllhalden das ABS stapelt, dass einem schwindelig wird.
Wer also einen Filamentmaker hat und sein altes ABS zerschreddern kann, der tut etwas für den Umweltschutz, wenn er es selber wieder verwertet.

Das ist etwas, das man sich mal durch den Kopf gehen lassen sollte...
Testest du noch, oder druckst du schon??? Angel
 
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